Der Bildhauer Hermann Kirch 1907 - 1945 Nur die gezogenen Furchen sprechen vom Tagwerk.  Das Bild selbst ist noch ganz mittelalterlich und  könnte das Monatsbild eines alten Kalenders sein.  In seinen Lehrjahren auf dem kargen Land wurden  Kirch wahrlich kaum große künstlerische  Offenbarungen zuteil. Woher hätten sie auch  kommen sollen. Die Kirchenkunst war im 19.  Jahrhundert stehen geblieben und die  Möbelschnitzkunst bewegte sich gleichsam noch im  Barock. Daß der 22jährige Schreinermeister  Hermann Kirch die Sinnenfreude des Barock  kennengelernt hatte, zeigt der in Eichenholz  geschnitzte Hochzeitsgruß an seinen Bruder Karl. Er  hält sich noch ganz an die Tradition der barocken  Möbelschnitzerei. In seinem Sinnspruch oder  Haussegen ist sie allerdings mit etwas Jugendstil  gepaart. Von Kirchs Bekanntschaft mit dem  Jugendstil spricht auch das holzgeschnitzte  Grabkreuz der Angela Hilgers auf dem Friedhof von  Bütgenbach aus dem Jahr 1932. Die hohe Symbolik  des dort dargestellten Lebensbaumes ist typisch für  den Stil, der um 1930 auch schon fast Geschichte   war. Religion und Tradition haben in diesem Leben   Grabkreuz auf dem Friedhof in Bütgenbach 1932  eine hohe und bleibende Bedeutung. Der Totenschädel, den er 1930 für Karl Kirch schnitzte,  steht ganz in der Tradition der mittelalterlich-barocken Memento mori - Darstellungen. Gedenke  des Todes! Das an den Tod Denken ist auch Kirchs christliches Erbe.  Home weiter zurück